Sonntag, 13.08.

Am nächsten Morgen mussten wir früh los: obwohl die Fahrt von Cambridge nach Dover nur etwas über zwei Stunden dauert, hatten wir reichlich Zeit einkalkuliert. Um London herum kann es – selbst am Sonntag – voll werden und auch vor Dover sind Staus möglich. Als wir vor zwei Wochen angekommen waren, hatten wir auf der Gegenseite der Autobahn eine endlos lange Schlange mit LKW passiert.

P1150615

Im Hafen von Dover werden jährlich 2,6 Millonen LKW abgefertigt, das sind bis zu 16.000 täglich. Hinzu kommen weitere 1,6 Millionen am Eurotunnel. Dessen Terminal liegt etwa 10 Kilomenter von Dover entfernt. Wie sich die Abfertigung nach dem Brexit entwickeln wird, mögen sich Branchenverbände noch gar nicht vorstellen. Schätzungen des Bundesfinanzministeriums zufolge werden allein die Einfuhren aus Großbritannien zu 2,7 Millionen zusätzlichen Zollanmeldungen per annum führen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag rechnet jährlich mit 15 Millionen Zollanmeldungen für Ex- und Importe. Unternehmen werde das 200 Millionen Euro kosten, das in vielen Firmen notwendige Fachpersonal noch gar nicht eingerechnet. Sollten sich Briten und EU auf ein weitgehendes Freihandelsabkommen verständigen, müssen Unternehmen einen Ursprungsnachweis für ihre Waren ablegen, um Zölle zu vermeiden. Ein Aufwand, der mit 300 Millionen Euro beziffert wird. Zölle können auch elektronisch erhoben werden, problematisch an den Grenzen werden die Kontrollen sein, die schon jetzt sehr viel Zeit in Anspruch nehmen.

Nach einem schnellen Frühstück verabschiedeten wir uns vom Springfield House. Wir seien gar nicht zum Plaudern gekommen, beklagte Judith und auch wir bedauerten, dass unser Aufenthalt in Linton viel zu knapp bemessen war.

Schnell waren die Taschen im Kofferraum verstaut, nach 14 Tagen rein und raus bekommt man Routine. Mit Hilfe des Navigationsgerätes hatten wir eine Route gewählt, die uns im großen Bogen um London herumführen sollte.

Bei strahlendem Sonnenschein machten wir uns auf dem Weg. Wäre das Wetter doch die ganze Zeit so wunderschön gewesen! Nachdem es uns so unwirtlich empfangen hatte, machte England uns den Abschied richtig schwer.

Das erste Stück lag schnell hinter uns. Die Straßen waren angenehm leer. Irgendwann beschloss das Navigationsgerät jedoch, uns lieber einen anderen Weg führen zu wollen als den, den wir vorgegeben hatten. Statt auf der Autobahn M 25, fanden wir uns plötzlich auf einer Strecke, die geradewegs ins Zentrum von London hineinführte. Mit dieser Eigenart hatten wir auf unserer Reise schon mehrfach zu kämpfen gehabt, in diesem Falle aber war es fatal. Weshalb das Gerät diese andere Route wählte, wird sein Geheimnis bleiben. Sie war nicht schneller und erst recht nicht einfacher. Gerade London, dessen Nähe wir unbedingt vermeiden wollten!

Anders als bei uns in Deutschland, ist es hier nicht so einfach, von der Autobahn ab- und ein Stück auf der Gegenrichtung zurückzufahren. Unzählige Kreisverkehre machen ein solches Vorhaben zu einer besonders hohen Herausforderung. Irgendwie gelang es, den Weg durch die erwachenden Vorstädte der Hauptstadt zurück auf die Schnellstraße vom Zentrum weg zu finden und schließlich wieder auf die M 25 zu gelangen. Kartenlesen ist nicht unbedingt meine Stärke und die sich nähernde Skyline der Londoner City versetzte uns beide in eine gewisse Panik. Ich sah uns schon hilflos suchend in dem riesigen Kreisverkehr vor dem Buckingham Palace umherkurven!

Am Ende wurde aber alles gut. Bravourös bewältige meine Begleitung das zunehmende Verkehrsaufkommen mit den zahllosen Kreisverkehren und Abzweigungen. Wäre Samstag gewesen, oder ein Wochentag, wir wären mit Sicherheit im Londoner Verkehrschaos steckengeblieben und hätten ganz gewiss die Fähre verpasst. An einem Sonntagmorgen allerdings war dieser Fehler auszubügeln.

P1150592

Wir passierten Dartford Crossing über die Themse. Richtung Norden besteht die Querung aus zwei Tunneln, Richtung Süden nimmt man die Queen Elisabeth II Bridge. Überlegungen, hier einen Übergang zu schaffen, reichen zurück bis 1929. Das Parlament genehmigte einen Stollen zur Sondierung, weitere Baumaßnahmen konnten erst 1955 wieder aufgenommen werden. Der erste Tunnel wurde 1963 eröffnet. Sehr schnell stellte sich allerdings heraus, dass seine Kapazität bei weitem nicht ausreichte. 1980 wurde ein zweiter eröffnet. Bereits sechs Jahre später hatte der Verkehr nochmals so stark zugenommen, dass man sich entschloss, eine vierspurige Brücke hinzuzufügen. Bei ihrer Fertigstellung 1991 war sie mit einer Spannweite von 450 Metern die längste Schrägseilbrücke Europas. Zusammen mit den Zugangsviadukten ist die sogar 2,8 Kilometer lang.

Mit täglich 136.000 Fahrzeugen gehört Dartford Crossing zu den verkehrsreichsten Flussquerungen Großbritanniens.

Die Brücke ist gebührenpflichtig. Man findet allerdings nirgends ein Kassenhäuschen, sondern muss die Kosten von 2.50 Pfund via Internet entrichten. Man kann das im Voraus tun oder indem man nachträglich auf der Webseite des Betreibers Kennzeichen, Typ und Farbe des Wagens und die Kreditkartennummer eingibt. Das muss allerdings bis zum folgenden Tag um 24 Uhr geschehen sein. Für Anhänger des „altmodischen Bezahlsystems“ besteht die Möglichkeit, die Gebühr an einem der Kassenhäuschen zu zahlen, die sich in unmittelbarer Nähe der Brücke an der Autobahn befinden sollen. Wir taten einen Teufel, die Autobahn – und damit den direkten Weg nach Dover – zu verlassen. Ich erledigte die Bezahlung vom Beifahrersitz über das iPad. Moderne Zeiten. Wer weiß, wie viele ahnungslose Touristen schon nach der Rückkehr aus ihrem Urlaub einen Strafbescheid vorgefunden haben, weil sie dieses System nicht kannten! Allein in den ersten vier Monaten nach Einführung der automatischen Kennzeichenerkennung im November 2014 wurden 228.000 ausländische Fahrzeuge registriert, die nicht bezahlt hatten.

P1150597

Als wir irgendwann auf der M 20 landeten, die uns über Folkstone nach Dover brachte, waren wir sehr erleichtert, die anstrengende Fahrt gemeistert zu haben.

P1150603

In Dover angekommen, velief alles reibungslos. Um zehn vor zwölf hatten wir die Grenzkontrolle passiert (auch das kann ja noch einmal Zeit in Anspruch nehmen) und reihten uns in die Schlange wartender Autos bei DFDS Seaways ein.

IMG_1538

Dieses Mal kam uns nicht der Zufall zur Hilfe. Die Fähre davor hatte schon abgelegt.

IMG_1614

So vertrieben wir uns die Zeit damit, zwischen den wartenden PKW umherzulaufen und den herrlichen Blick auf die weißen Klippen von Dover zu genießen. Bei Sonnenschein sehen die bis zu 100 Meter hohen Kreidefelsen richtig imposant aus. Die weiße Linie ist das erste und das letzte, was man von England sieht, sie besitzt daher Symbolwert.

Ah, God! One sniff of England - 
To greet our flesh and blood - 
To hear the traffic slurring
Once more through London mud!
Our towns of wasted honour - 
Our streets of lost delight!
How stands the old Lord Warden?
Are Dover´s cliffs still white?

schreibt Rudyard Kipling 1902 in seinem Gedicht „The Broken Men“. Und in einem Lied aus dem Zweiten Weltkrieg heißt es:

There´ll be bluebirds over 
The White Cliffs of Dover
Tomorrow
Just you wait and see.

Dann ging alles ganz schnell: Verladung der Fahrzeuge und schon legte die Fähre ab, wir passierten die Hafeneinfahrt und waren auf dem Weg über den Ärmelkanal nach Frankreich. An seiner engsten Stelle misst der Kanal gerade einmal 33 Kilometer und doch scheinen es Welten, die zwischen England und dem Festland liegen.

IMG_1618

Auf Wiedersehen England! Hope to come back soon!

An- und Rückreise von bzw. nach Deutschland eingerechnet, sind wir in 14 Tagen insgesamt 4.440 Kilometer gefahren. Es war wohl eine unserer längsten und auch anstrengensten Reisen. Selbst die weite Tour nach Norwegen, wo wir auch die meiste Zeit im Auto verbracht haben, war erholsamer. Das mag darauf zurückzuführen sein, dass wir in Norwegen ausschließlich in der Natur waren, wohingegen wir in England auch Städte besucht haben, was aufreibender ist, schon wegen der Parkplatzsuche.

Dennoch möchten wir die Reise nicht missen. England ist ein angenehmes Reiseland, vom geradezu katastrophalen Zustand der Straßen einmal abgesehen. Welche Auswirkungen der drastische Sparkurs auf die Kommunen hatte, den die konservative Regierung 2010 einschlug, um einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen, kann man in einer beklemmenden Reportage nachlesen, die kürzlich in der New York Times erschien.

Die Menschen sind freundlich, die Autofahrer in der Regel entspannt (uns hat während der ganzen Fahrt kein einziges Mal jemand angehupt) und die Unterkünfte waren allesamt ausgesprochen schön.

Es war nur eine kleine Auswahl an Sehenswürdigkeiten, die wir während unseres Aufenthaltes genießen konnten. An jedem Ort hätten wir ohne Probleme zig weitere besuchen können. Es gibt so viel, viel zu sehen in diesem Land, das eine so reiche Geschichte hat und so viele bemerkenswerte Orte. Man hätte noch viel länger im Lake District und in den Yorkshire Dales verweilen und die imposanten Wolkenformationen beobachten können, man hätte noch viele, viele Schlösser, Burgen und Herrenhäuser besuchen, so viele weitere Dörfer und große Städte besichtigen können. Und man hätte natürlich noch mehr mit den Einheimischen ins Gespräch kommen können. Vielleicht wäre es uns dann auch gelungen, jemanden zu finden, der den Brexit befürwortet. Mit diesem Thema scheint es sich so zu verhalten wie mit der Bild-Zeitung: keiner gibt offen zu, sie zu lesen und dennoch hat sie eine Millionenauflage.

Was der Brexit für England bedeuten wird, ist weiterhin ungewiss. Die meisten Beobachter gehen davon aus, dass es bis zum endgültigen Austritt aus dem europäischen Binnenmarkt und der Zollunion eine Übergangsphase bis 2020 geben wird. Sowohl die britische Regierung als auch die Europäische Union streben eine weitgehende Zollfreiheit an. Einigen sie sich nicht, drohen hohe Abgaben, vor allem auf landwirtschaftliche Erzeugnisse und Kraftfahrzeuge. Allein für den Automobilsektor rechnet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag mit zwei Milliarden Euro zusätzlichen Kosten jährlich.

Schon jetzt kommt der Brexit die britische Wirtschaft teuer zu stehen: Das Bruttoinlandsprodukt ist um 1,3 Prozent zurückgegangen. Wissenschaftler haben errechnet, dass der Brexit Großbritannien seit der Abstimmung im Juni 2016 rund 19 Milliarden Pfund gekostet hat. Das sind 300 Millionen Pfund pro Woche! Konsumenten und Unternehmen erwarten langfristige Einbußen und reduzieren deshalb schon heute ihre Ausgaben. Auch Unsicherheit wegen der unklaren Ausgestaltung spielt eine große Rolle.

Der Schaden durch wachsende Handelskosten überwiege bei weitem die Einsparungen durch den entfallenden Beitrag zum EU-Haushalt, rechnete das ifo-Insitut kürzlich vor: Erfolge der Handel auf Basis der WTO-Regeln, würde diese Summe bei 16 Milliarden Euro jährlich liegen, im Falle eines Freihandelsabkommens würden sich Kosten und Nutzen ungefähr ausgleichen. Für die anderen 27 EU-Länder liegen die Kosten höher: im ersten Fall bei 44 Milliarden Euro, im zweiten bei 27 Milliarden. Nicht umsonst haben sich Premierministerin Theresa May und Ratspräsident Donald Tusk darauf verständigt, die Abschlussrechnung mit der EU geheim zu halten.

P1150624

Und wie steht es mit dem großen Thema Zuwanderung, das nach Meinung vieler Beobachter überhaupt erst zum Brexit geführt hat?

Seit der Entscheidung im Juni 2016 ist die Nettozuwanderung um 106.000 auf 230.000 Menschen gefallen. Aus Europa kamen 54.000 Personen weniger, um in Großbritannien zu arbeiten. 123.000 EU-Bürger verließen Großbritannien. Für die britische Wirtschaft ist das alles andere als erfreulich: vor allem im staatlichen Gesundheitssystem gibt es extreme Engpässe. Händeringend werden Krankenschwestern und Pfleger gesucht. Aber auch Hochqualifizierte verlassen das Land. Zum einen, weil ihr künftiger Status und ihr Bleiberecht unsicher sind, zum anderen weil die Löhne durch die Abwertung des Pfunds an Attraktivität verlieren.

In anderen Politikfeldern zeigt die Entscheidung ebenfalls erste Folgen:

In der Europäischen Union sind die Sorgen um den Zusammenhalt der EU eher gestiegen. Mit den Austrittsbekundungen des größten Mitglieds wird es zunehmend schwerer, die EU als Ordnungsmodell für Europa zu verteidigen. Einige Beobachter befürchten gar einen Domino-Effekt, den sie an der Zunahme europakritischer, teilweise sogar -feindlicher Stimmen festmachen. Zugeständnisse an Großbritannien bei den Brexit-Verhandlungen könnten – so sehr sie aus wirtschaftlichen Gründen für beide Seiten notwendig sind – das Risiko mit sich bringen, den institutionellen Rahmen der EU zu unterlaufen. Die Position der Europäer in der Welt wird durch den Austritt Großbritanniens weiter geschwächt. Nach Jahren schwerer Krisen sind die Mitgliedstaaten mehr denn je gefordert, die EU wieder in ruhigeres Fahrwasser zu steuern.

Für Großbritannien hingegen könnte es außerhalb der EU deutlich schwerer werden, seine eigenen Interessen zu vertreten. Auch wenn es als Drittstaat in die EU eingebunden wäre, könnte es keinen Einfluss mehr auf die Entscheidungen Europas nehmen. Schon immer galt das Land als schwieriger Partner. Erst Anfang der 1970er Jahre konnte es sich zu einer Mitgliedschaft durchringen. In dem Referendum von 1975 stimmten 67 Prozent der Wähler für den Verbleib in der EU, wobei lediglich 64 Prozent ihr Votum abgaben. Seit jeher stand der eigene Nutzen für die Briten im Vordergrund, ganz anders als für Deutschland und Frankreich, die die Gemeinschaft viel politischer verstanden haben.

Aus der Perspektive Großbritanniens ist es verständlich, dass sich das Land der Entwicklung von der Europäischen Gemeinschaft zur Europäischen Union nur teilweise angeschlossen hat. Das Vereinigte Königreich ist weder Mitglied der Eurozone noch des Schengen-Raums. Innenpolitisch ist diese Haltung nicht unumstritten. So sind Waliser und Schotten viel europafreundlicher. Das liegt zum einen daran, dass sie wirtschaftlich von der EU-Mitgliedschaft profitierten, zum anderen stärkte dies ihre ohnehin schon vorhandenen Unabhängigkeitsbestrebungen innerhalb des Vereinigten Königreichs. Die Diskussion um den Brexit, die als innenpolitisches Kräftemessen europafeindlicher Kräfte in Teilen der konservativen Partei und der United Independence Party (UKIP) begann, um die Beziehungen zur EU auf eine neue Grundlage zu stellen, kulminierte schließlich im Referendum über den Austritt aus der EU.

IMG_1629

Gibt es auch Vorteile für das Land, von dem die industrielle Revolution ausging, die es zur führenden Wirtschaftsmacht aufsteigen ließ?

Der Schlüssel könnte in der Digitalisierung liegen: Der Reichtum von heute beruht auf einer ausgeklügelten Arbeitsteilung, für die Produkte bis zu ihrer Fertigstellung um die halbe Welt geschickt werden. Neue Produktionstechniken, 3D-Drucker und Roboter könnten dieses System schon morgen grundlegend verändern. Die Rede ist vom Ende der Massenproduktion und dem Beginn einer neuen Ära individueller, kundenspezifischer Lösungen, die lokal gefertigt werden.

Damit würden globale Lieferketten der Vergangenheit angehören, Großbritanniens Abhängigkeit von europäischen Regularien, die sich über kurz oder lang zu globalen Standards entwickeln, wäre aufgehoben.

Dass die industrielle Revolution von England ausging, hat viele Gründe: Die Bevölkerung nahm zu und mit ihr die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten. Die Anbaumethoden wurden verbessert, erwirtschaftete Gewinne in Bergwerke und die Stahlindustrie investiert. Rohstoffe konnten günstig aus den Kolonien eingeführt werden. Die Erfindung der Spinnmaschine und der Dampfmaschine trieben die Entwicklung voran.

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelten die Briten ein Kanalsystem, um die in den Fabriken produzierten Güter kostengünstig aus dem Landesinneren zu transportieren. Es folgte die Eisenbahn. Bereits 1851 verfügte England über ein Eisenbahnnetz von über 10.000 Kilometern Länge. In Deutschland war das Handwerk durch Zunftordnungen reglementiert, der Binnenhandel durch die Zersplitterung in zahlreiche Einzelstaaten erschwert. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts konnte Deutschland aufholen und sich an die Spitze Europas setzen.

Ob es England in ähnlicher Weise gelingen wird, von Digitalisierung und Industrie 4.0 zu profitieren, wird eine der spannensten Fragen der nächsten Jahre sein.

Großbritannien hat viel getan, um seine Abhängigkeit vom Finanzsektor abzumildern und industrielle Wertschöpfung zurück ins Land zu holen. Zwischen 2001 und 2012 war der Anteil der Industrie am Bruttoinlandsprodukt um über 20 Prozent zurückgegangen. Mit 79 Prozent kommt dem Dienstleistungssektor eine überragende Rolle zu. Bis 2021 will die britische Regierung sechs Milliarden Pfund in die Wissenschaft investieren. Acht chancenreiche Technologien werden durch den Ausbau von sogenannten Catapults, ein Netzwerk von Technologie- und Innovationszentren, gefördert. Deutschland gilt zwar als Vorreiter und Vorbild für Industrie 4.0, Beobachter sehen aber in Großbritannien durchaus gute Ansätze bei der Vernetzung, Digitalisierung und der dazu notwendigen Basistechnologien in anderen Branchen – etwa beim Smart Building und der Smart Infrastructure sowie in der Alltagsautomatisierung. Hier rechtzeitig interessante Geschäftsmodelle zu erkennen und umzusetzen, wird eine wichtige Aufgabe der kommenden Jahre sein. Auch bei der Kommerzialisierung moderner Technologien ist Großbritannien durch seinen ausgeprägten Dienstleistungssektor und seine Business Schools führend.

Mit vielen Eindrücken und Erlebnissen im Gepäck verlassen wir England. Sicher wird es noch eine ganze Weile dauern, bis alles im Kopf sortiert und einigermaßen verarbeitet ist. Die Fotos und unsere Einträge in diesem Blog werden dabei helfen.

IMG_1632

Advertisements

2 Gedanken zu “Sonntag, 13.08.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s